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Statement zu meiner Kunst

Katalogauszug aus MOD:

Sonderpreis Franz Schmid 2009

Lis Schubert
„Wilde Dinger I + II“ Skulptur/ Wolle geknüpft 173 x 80

Grellbunt und vor Vitalität strotzend, ziehen die beiden „Wilde Dinger I + II“ von Lis Schubert sofort alle Aufmerksamkeit im Raum auf sich. Die „Soft-Sculptures“ faszinieren durch ungewöhnliche Materialität und Technik. Beim Betrachter lösen sie den Reflex aus, hinzugehen und anzufassen. Kommt man den Dingern jedoch näher, verknüpft sich diese Neugier mit einem leichten Unwohlsein. Die Verdickungen, die an den Enden mit wachsartiger Masse zu tropfenden Spitzen geformt sind, scheinen ein Eigenleben zu besitzen und wie aus einem surrealen Film als ominöse Wesen im Raum „gelandet“. Auch die Eisen-Draht-Konstruktion ändert nichts an dem Eindruck von Labilität, Flüchtigkeit und einer leicht unheimlichen Unberechenbarkeit. ...
Lis Schuberts geknüpfte, gedrahtete und gewachste Objekte sind sowohl von großer Eindringlichkeit als auch mit einem hohen Maß an Individualität und formaler Autonomie ausgestattet.
Fast anachronistisch in der Materialität angesichts der pixelgesteuerten Bilderwelten, in denen heute virtuelle Netze geknüpft werden, schlagen sie ins Reich des Unbekannten, erinnern wie magische Objekte an die Verbindung zu Ahnen und Geistern, verweben, verstricken und verknüpfen uns in ein Geflecht von Gefühlen und Erinnerungen und verführen uns zu einem Dialog über das Wesen der Kunst, die ihr immanente „Normalität des Fremden“ jenseits einer kanonisierten Praxis, bekannter Materialien und sanktionierter Kunstbegriffe.

(Katalog zur 31. Ostallgäuer Kunstausstellung 2009)